Markt und Bedarf

Pflegebedarf in Deutschland: Zahlen und Prognose bis 2055

Wie viele Menschen sind heute pflegebedürftig, wie stark steigt die Zahl in den nächsten Jahrzehnten und wo wächst der Bedarf am stärksten? Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts, verständlich eingeordnet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ende 2023 waren in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig, rund 15 % mehr als Ende 2021.
  • Bis 2055 rechnet das Statistische Bundesamt mit 6,8 bis 7,6 Millionen Pflegebedürftigen.
  • Der Bedarf wächst regional sehr unterschiedlich: von +7 % in Sachsen-Anhalt bis +56 % in Bayern. Schleswig-Holstein liegt bei +43 %, Hamburg bei +46 %, beide über dem Bundesdurchschnitt.
  • Für Anleger bedeutet das eine langfristig hohe Nachfrage nach modernen Pflegeplätzen. Über den Erfolg entscheidet dennoch das einzelne Objekt.
Heute

Wie viele Pflegebedürftige gibt es in Deutschland?

Als pflegebedürftig gilt, wer von der Pflegekasse einen Pflegegrad zwischen 1 und 5 erhalten hat. Im Dezember 2023 waren in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig. Das sind rund 730.000 oder etwa 15 % mehr als Ende 2021. Die große Mehrheit, rund 86 % oder 4,9 Millionen Menschen, wird zu Hause versorgt, meist von Angehörigen, teils mit Unterstützung ambulanter Pflegedienste. Rund 800.000 Menschen leben vollstationär in einem Pflegeheim.

Ein Teil des Anstiegs geht auf die Pflegereform von 2017 zurück, durch die mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft werden. Allein durch die Alterung der Bevölkerung wäre die Zahl laut Statistischem Bundesamt auf etwa 5,1 Millionen gestiegen. Bemerkenswert: Die tatsächliche Zahl liegt damit schon heute über dem Wert, der im Basisszenario erst für 2035 vorausberechnet wurde.

5,7 Mio.Pflegebedürftige im Dezember 2023
86 %werden zu Hause versorgt
800.000leben vollstationär im Pflegeheim
Prognose

Wie entwickelt sich die Zahl bis 2035, 2055 und 2070?

Das Statistische Bundesamt hat zwei Varianten vorausberechnet: eine mit gleichbleibenden Pflegequoten und eine, in der die Pflegequoten weiter steigen.

02468 5,05,75,6–6,36,8–7,6 2021202320352055
Ist-WertVorausberechnung, BasisSpanne bei steigender Pflegequote
Pflegebedürftige in Deutschland, in Millionen. Quelle: Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2023 (veröffentlicht Dezember 2024) und Pflegevorausberechnung 2023.
JahrPflegequote konstantPflegequote steigend
2021 (Ausgangswert)5,0 Mio.5,0 Mio.
20355,6 Mio.6,3 Mio.
20556,8 Mio.7,6 Mio.
20706,9 Mio.7,7 Mio.

Bis 2055 bedeutet das ein Plus von 37 % bis 53 % gegenüber 2021. Danach flacht der Anstieg ab. Weil die tatsächliche Zahl 2023 bereits über der vorsichtigen Variante liegt, ist die Spanne eher zurückhaltend gerechnet.

Regional

In welchen Bundesländern wächst der Pflegebedarf am stärksten?

Die Unterschiede zwischen den Ländern sind groß. Sie hängen vor allem davon ab, wie stark die ältere Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten wächst.

Anstieg der Pflegebedürftigen bis 2055 nach Bundesland Je dunkler das Gold, desto stärker steigt die Zahl der Pflegebedürftigen von 2021 bis 2055. Deutschland plus 37 Prozent, Bayern plus 56 Prozent als stärkster Anstieg, Schleswig-Holstein plus 43 Prozent, Hamburg plus 46 Prozent. Markiert ist unser Sitz in Itzehoe. Baden-Württemberg: +51 % (2021: 540.000, 2055: 815.000 Pflegebedürftige)Bayern: +56 % (2021: 578.000, 2055: 899.000 Pflegebedürftige)Berlin: +47 % (2021: 186.000, 2055: 273.000 Pflegebedürftige)Brandenburg: +33 % (2021: 185.000, 2055: 246.000 Pflegebedürftige)Bremen: +27 % (2021: 42.000, 2055: 53.000 Pflegebedürftige)Hamburg: +46 % (2021: 90.000, 2055: 132.000 Pflegebedürftige)Hessen: +43 % (2021: 368.000, 2055: 526.000 Pflegebedürftige)Niedersachsen: +38 % (2021: 543.000, 2055: 747.000 Pflegebedürftige)Mecklenburg-Vorpommern: +26 % (2021: 123.000, 2055: 155.000 Pflegebedürftige)Nordrhein-Westfalen: +33 % (2021: 1.192.000, 2055: 1.585.000 Pflegebedürftige)Rheinland-Pfalz: +41 % (2021: 241.000, 2055: 340.000 Pflegebedürftige)Saarland: +17 % (2021: 71.000, 2055: 83.000 Pflegebedürftige)Sachsen: +11 % (2021: 311.000, 2055: 343.000 Pflegebedürftige)Sachsen-Anhalt: +7 % (2021: 166.000, 2055: 179.000 Pflegebedürftige)Schleswig-Holstein: +43 % (2021: 159.000, 2055: 227.000 Pflegebedürftige)Thüringen: +9 % (2021: 166.000, 2055: 182.000 Pflegebedürftige)

Bis 2055 rechnet das Statistische Bundesamt bundesweit mit 37 % mehr Pflegebedürftigen als 2021. Am stärksten wächst der Bedarf im Süden. Doch auch bei uns im Norden, in Schleswig-Holstein und Hamburg, liegt er deutlich über dem Durchschnitt.

+37 %Deutschland
+56 %Bayern, stärkster Anstieg
+43 %Schleswig-Holstein
+46 %Hamburg
Alle Bundesländer als Tabelle
Bundesland20212055Anstieg
Bayern578.000899.000+56 %
Baden-Württemberg540.000815.000+51 %
Berlin186.000273.000+47 %
Hamburg90.000132.000+46 %
Hessen368.000526.000+43 %
Schleswig-Holstein159.000227.000+43 %
Rheinland-Pfalz241.000340.000+41 %
Niedersachsen543.000747.000+38 %
Brandenburg185.000246.000+33 %
Nordrhein-Westfalen1.192.0001.585.000+33 %
Bremen42.00053.000+27 %
Mecklenburg-Vorpommern123.000155.000+26 %
Saarland71.00083.000+17 %
Sachsen311.000343.000+11 %
Thüringen166.000182.000+9 %
Sachsen-Anhalt166.000179.000+7 %
Deutschland4.961.0006.784.000+37 %

Ihr Vorteil: Wir vermitteln Pflegeimmobilien in ganz Deutschland, gezielt auch in Regionen mit besonders stark wachsendem Bedarf. Welche Objekte aktuell verfügbar sind, erfahren Sie im kostenlosen Erstgespräch.

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Quelle: Statistisches Bundesamt, Pflegevorausberechnung (veröffentlicht 30. März 2023), Variante mit konstanter Pflegequote, Veränderung 2021 bis 2055, gerundet.

Unsere Region

Pflegebedarf in Schleswig-Holstein und Hamburg

In Schleswig-Holstein waren Ende 2021 rund 159.000 Menschen pflegebedürftig. Bis 2055 rechnet das Statistische Bundesamt mit etwa 227.000, ein Plus von 43 %. In Hamburg steigt die Zahl von rund 90.000 auf etwa 132.000, ein Plus von 46 %. Beide Länder liegen damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 37 %.

Bereits bis 2035 wächst die Zahl in Schleswig-Holstein um 18 %, einer der höchsten Werte aller Bundesländer. Der Norden gehört damit zu den Regionen, in denen moderne Pflegeplätze besonders früh knapp werden können.

Pflegebedürftige202120352055
Schleswig-Holstein159.000187.000227.000
Hamburg90.000102.000132.000
Deutschland4.961.0005.638.0006.784.000
Hintergrund

Warum steigt der Pflegebedarf?

Die Babyboomer werden älter

Die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre erreichen in den kommenden Jahrzehnten das hohe Alter, in dem Pflegebedürftigkeit deutlich häufiger wird. Das ist der wichtigste Treiber.

Wir leben länger

Die steigende Lebenserwartung ist eine gute Nachricht. Sie bedeutet aber auch, dass mehr Menschen ein Alter erreichen, in dem sie auf Unterstützung oder professionelle Pflege angewiesen sind.

Pflege wird früher anerkannt

Seit der Pflegereform 2017 werden auch geistige und psychische Einschränkungen, etwa bei Demenz, stärker berücksichtigt. Dadurch gelten mehr Menschen als pflegebedürftig als früher.

Einordnung

Was bedeutet das für Pflegeimmobilien als Kapitalanlage?

Steigende Nachfrage nach Pflegeplätzen

Ein wachsender Bedarf an Pflegeplätzen ist ein starkes Fundament: Moderne Einrichtungen mit gutem Standort werden auch in Zukunft gebraucht. Für Anleger heißt das eine langfristig hohe Nachfrage nach genau dem Produkt, in das sie investieren.

Worauf es bei einer Pflegeimmobilie als Kapitalanlage ankommt

Ehrlich gesagt ersetzt der Bedarf aber nicht die Prüfung des einzelnen Objekts. Ob sich eine Pflegeimmobilie für Sie lohnt, hängt von vier Punkten ab: einem erfahrenen und wirtschaftlich soliden Betreiber, einem guten Standort, einem langfristigen Pachtvertrag und einem modernen Baustandard, bei Neubauten idealerweise mit KfW-Förderung und Sonderabschreibung.

Wie sich eine Pflegeimmobilie mit Ihrem Einkommen rechnet, zeigt Ihnen der Potenzialrechner in wenigen Sekunden, ausführlich Jahr für Jahr die detaillierte Beispielrechnung. Wie eine Pflegeimmobilie funktioniert und welche Chancen und Risiken es gibt, erklären wir auf unserer Startseite.

Häufige Fragen

Fragen zum Pflegebedarf

Wie viele Pflegebedürftige gibt es in Deutschland?

Im Dezember 2023 waren in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig. Das sind rund 730.000 mehr als Ende 2021. Rund 86 Prozent werden zu Hause versorgt, etwa 800.000 Menschen leben vollstationär in einem Pflegeheim. Quelle: Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2023.

Wie viele Pflegebedürftige wird es 2055 geben?

Das Statistische Bundesamt rechnet für 2055 mit etwa 6,8 Millionen Pflegebedürftigen, wenn die Pflegequoten gleich bleiben. In der Variante mit steigenden Pflegequoten sind es etwa 7,6 Millionen. Ausgangswert der Vorausberechnung sind knapp 5,0 Millionen Ende 2021.

In welchem Bundesland steigt der Pflegebedarf am stärksten?

Am stärksten in Bayern mit plus 56 Prozent und Baden-Württemberg mit plus 51 Prozent von 2021 bis 2055. Deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 37 Prozent liegen auch Berlin (47 Prozent), Hamburg (46 Prozent), Schleswig-Holstein und Hessen (je 43 Prozent). Am geringsten ist der Anstieg in Sachsen-Anhalt mit 7 Prozent.

Wie stark steigt der Pflegebedarf in Schleswig-Holstein und Hamburg?

In Schleswig-Holstein steigt die Zahl der Pflegebedürftigen von 2021 bis 2055 um etwa 43 Prozent auf rund 227.000, in Hamburg um etwa 46 Prozent auf rund 132.000. Beide Länder liegen damit über dem Bundesdurchschnitt von 37 Prozent.

Warum steigt die Zahl der Pflegebedürftigen?

Hauptgrund ist die Alterung der Gesellschaft: Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer erreichen in den kommenden Jahrzehnten das Alter, in dem Pflegebedürftigkeit deutlich häufiger wird. Hinzu kommt, dass seit der Pflegereform 2017 mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft werden als zuvor.

Ist eine Pflegeimmobilie durch den steigenden Bedarf automatisch eine sichere Anlage?

Nein. Der wachsende Bedarf ist ein starkes Fundament für die Nachfrage nach Pflegeplätzen, er ersetzt aber nicht die Prüfung des einzelnen Objekts. Entscheidend sind ein erfahrener und wirtschaftlich solider Betreiber, ein guter Standort, ein langfristiger Pachtvertrag und ein moderner Baustandard. Genau diese Punkte prüfen wir mit Ihnen gemeinsam.

Ihr nächster Schritt

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In einem kostenlosen Erstgespräch von 5 bis 10 Minuten klären wir, ob eine Pflegeimmobilie grundsätzlich zu Ihren Zielen passt. Wir vermitteln Pflegeimmobilien in ganz Deutschland, gezielt auch in Regionen mit besonders stark wachsendem Bedarf.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis): Pflegestatistik 2023, Pressemitteilung vom 18. Dezember 2024. destatis.de
  2. Statistisches Bundesamt (Destatis): Pflegevorausberechnung, Pressemitteilung Nr. 124 vom 30. März 2023, Ergebnisse für Deutschland und die Bundesländer. destatis.de

Alle Angaben gerundet, Stand Oktober 2026. Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

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